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“Mein” Harzer-Hexen-Stieg
Fazit vorweg: Es war ne arg nasse Angelegenheit. An zwei Tagen war mächtig viel Wasser in der Luft. Das muss Wandersmann und Wandersfrau halt hinnehmen. Wir taten es mit Humor, wenn es auch ab und an mal schwer fiel. Trotz aller widrigen Umstände eine schöne Wanderung durch herrliche Natur und über gut gepflegte und gut zu gehende Wege. Bis zum Brocken (vernebelt) ging es stetig aber unschwer Berg Auf und ebenso wieder Berg Ab. Klar, der ein oder andere wenn auch kurze steile Anstieg ist natürlich dabei. So ist der Weg und unten mein Text. Meine Bilder im Fotoalbum sind nach Etappen sortiert und nicht chronologisch. War mir zu viel Arbeit. Sorry:-)
Mit freundlicher Genehmigung des Harzer Tourismusverbandes e.V.
2016-05-30 Osterode - Buntenbock/Pixhaier Mühle Treffen am Bahnhof war um 06:00 Uhr verabredet. Volzählig erschienen auch  alle 16 Wanderer, trotz Regen in bester Laune. Der Zug kam pünktlich aber unterwegs addierten sich die Verspätungen und so kamen wir anstatt 12:00 Uhr erst um 13:00 Uhr in Osterode an. Aber kein Problem, der Regen hatte sich gelegt und so nahmen wir uns noch die Zeit für eine kleine Kaffeepause auf dem Kornmarkt. Gegen 13:30 Uhr schulterten wir wieder unsere Rucksäcke und es ging zum offiziellen Startpunkt des Harzer-Hexen-Stiegs am Parkplatz Osterode/Bleichestelle. Natürlich ging es gleich den Berg hoch aber bei bestem Wetter. Die ganze Etappe ging eigentlich den Berg hoch, mehr oder weniger. Der Brocken, höchste Stelle des Harzer-Hexen-Stiegs, ist 1142 m hoch, die müssen bewältigt werden. Vorbei an der aus Holz geschnitzten Harzer Kiepenfrau, die über 40 kg Last mit ihrer Kiepe auf den Schultern transportieren mussten. Gegen 14:45 Uhr kamen wir an der Köhlerhütte an und wir gönnten uns die Mittagspause. Weiter ging es den Berg hoch, vorbei an einem kleinen Skigebiet bei Lerbach, über den Bärenkopf, den Blockkötenkopf und die Heidelbeerköfe und wir hatten den höchsten Punkt dieser heutigen Etappe mit 615 m erreicht. Ab hier ging es dann den Berg wieder runter, zwischen dem Ziegenberger und dem Bärenbrucher Teich hindurch zur Pixhaier Mühle, userer ersten Unterkunft. Die erste Etappe war gewandert, das Belohnungsbier hatten wir uns um 17:30 Uhr verdient.
2016-05-31 Buntenbock/Pixhaier Mühle - Torfhaus Bei bestem Wanderwetter war zuerst mal sammeln am Hotelausgang angesagt.  Nach einem fröhlichen Wanderlied ging es auch schon wieder los. Uhrzeit 08:45 Uhr Erster Stopp machten wir am Nassenwieser Teich. Dieser Teich diente in trockenen Zeiten als Speisung für den unteren Kehrzugraben. Ein viele Kilometer langes Wassergrabensystem das die hier ansässigen Bergbau mit Wasser versorgte und somit die Wasserräder - benötigt als Antrieb für Pumpen - in Bewegung hielt. Weiter ging es, vorbei am Entensumpf bis zur Huttaler Widerwaage. Eine ausführliche Erklärung der Wanderführer über den Zweck und die Funktionsweise der Huttaler Widerwaage erhellte unsere dunkle Ahnungslosigkeit. Am Huttaler Graben entlang ging es nun durch herrlichen Nadelwald. Über den Sperberhaier Damm - ein mächtiger von den Bergleuten von Hand aufgeschütteter Damm entlang der Hochharzstraße, der eine Senke für den Wassergraben horizontal begradigt - erreichten wir das Sperberhaier Dammhaus. Gelegenheit für eine kurze Kaffeepause. Der Weg bis zur Schutzhütte an der "Eisenquelle" führte auch wieder über einen Waldweg parallel zum Wassergraben. Die Wanderführer riefen laut: "Mittagspause". Jeder stärkte sich für die zweite Hälfte des Weges, die Männer in der Hütte, die Frauen am "Hexentisch";-) Nach einer halben Stunde ging es weiter. Wir bestaunten noch die rostrote Eisenquelle und setzten unsere Wanderung auf den Harzer-Hexen-Stieg über schönste Waldwege immer noch parallel zum Wassergraben fort. Dann kam es wir es kommen musste. Kurz nach 14:00 Uhr setzte der Regen ein. Trotzdem ging es weiter. Vorbei an der Schachtkopf-Hütte und dem Gedenkstein Gefallener Harzer Waldarbeiter erklommen wir den Schachtkopf. Die Sonne lies sich wieder blicken und trocknete unsere Kleidung, wieder mal. Über steinigen, ja sogar felsigen Weg erreichten wir gegen 16:30 Uhr die L504, den Ortsrand von Torfhaus. Auf dem letzten Kilometer machte uns die Sonne einen Strich durch die Rechnung. Sie verschwand einfach und machte Platz für viel Wasser in der Luft. Gegen 17:00 Uhr kamen wir in der Jugendherberge an, platsch naß aber froh über das Ende dieser Etappe von 24 km. Abends, auf dem Weg zum Gasthaus Bavaria Alm, konnten wir dann den Brocken bei klarer Luft und Sonne schon mal bestaunen. Auf dem Weg zurück in die Jugendherberge kam wieder Regen auf und der Brocken versteckte sich im Nebel.
2016-06-01 Torfhaus - Brocken - Königshütte Um 08:30 Uhr war Sammeln an dem Eingang zur Jugendherberge vereinbart. Nach einem kleinen Wanderlied starteten wir unsere heutige Etappe über den Brocken. Die Sicht zum Brocken war vernebelt und es fing nach wenigen 100m an zu Regnen. Vorweg, der Regen hörte bis zum Nachmittag nicht mehr auf. Trotzdem machten wir aus auf, den Brocken zu erklimmen. Es ging auf wunderschönem Weg hinauf. Durch seltsamen Wald, vernebelt, ja fast mystisch. Die Bäume sahen aus als hätten die Brockenhexen Schießübungen mit ihren Hexenblitzen veranstaltet. Es ging 8 km bei mehr oder weniger Regen mehr oder weniger sanft Berg Auf. Der Weg führte uns auch parallel an der Brockenbahn vorbei die auch flott an uns vorbei schnaubte. Auf dem letzten Kilometer wollte wohl der Brocken oder seine Hexen unsere Ankunft verhindern. Es fing an wie aus Kübel zu schütten. Trotz alle dem erreichten wir kurz nach 11:00 Uhr das Brockenplateau. Gleich ins Gasthaus, aufwärmen, etwas essen, etwas trinken und die Laune besserte sich wieder. Nach einem spannenden Besuch im Brockenmuseum ging es um 13:00 Uhr wieder runter vom Brocken in Richtung Königshütten, natürlich bei strömendem Regen. Zuerst auf breiter Zufahrtsstrasse dann wieder auf schmalem Waldweg durch wunderschöne Landschaft in sattem Grüm. Um ca. 15:15 Uhr erreichten wir den Aussichtspunkt Trudenstein. Hier konnten wir zwar die Brockenbahn schnauben hören aber wegen des Dunstes und des sich langsam auflösenden Nebels nicht sehen. 16:00 Uhr. Wir erreichten Drei Annen Hohne. Der Regen hatte aufgehört und die Sonne zeigte sich schüchtern. Wir nutzten die Gelegenheit und ab in den Biergarten, bzw. wir nutzten die Sitzgelegenheiten eines mobilen Imbisses, Erbsensuppe mit Würstchen aus der Büchse oder aus der Gulaschkanone. Wieder mal gestärkt ging es nun immer noch gut gelaunt die letzten 5 km durch ein herrliches Tal mit Mischwald und gut zu wanderndem Weg bis nach Königshütte und zu unserer Unterkunft Hotel Am Felsen. Die Etappe über den Brocken von 26 km war gemeistert. Letzter GPS-Punkt um 17:32 Uhr getrackt.
2016-06-02 Königshütte - Treseburg Blitz, Donner, Regen, Regen, Regen. So langsam war das mit dem Spass am  Wandern bei Regen eine schwere Aufgabe. Aber was sollte es, die Etappe - unserer Königsetappe auf unserem Weg über den Harzer-Hexen-Stieg - musste gemeistert werden. Also ging es los. Regenstart um 09:00 Uhr. Durch Königshütten durch ging es in das Tal der Bode. Auf breitem Weg hatten wir um 10:00 Uhr die Talsperre Königshütte der Bode erreicht. Kurze Trinkpause und sogleich ging es auch wieder weiter durch das Tal der Bode. Vorbei an Susenburg ging es den Berg hoch. Der Regen wurde immer stärker. Die Fahrspuren des breiten Waldweges waren Bäche und die Grasnarbe in der Wegmitte Sumpf. Das Wasserniveau in meinen Schuhen hatte sich dem Niveau aussen angepasst. Wir gingen alle nur noch in und auf Wasser. Unsere beiden Wanderführer trafen dann die richtige Entscheidung: Abbruch. Wir brachen ab und gingen bei strömenden Regen nach Rübeland. In Rübeland angekommen hörte der Regen auf und die Sonne kam hervor. Hat man so was schon erlebt? Sollten wir doch weiter gehen? Nein, die Entscheidung war gefallen. Wegen unserer durchnässten Kleidung und wegen der Höhlentemparatur von 8 Grad wurde von Besuch der Hermannshöhle abgesehen. Wir besuchten lieber ein Cafe im Ort und wärmten uns bei Kaffee, Grog und Glühwein und lecker Kuchen auf. Die noch verbliebene Zeit bis zur Busabfahrt nutzten wir um die Kleidung und Rucksäcke in der Sonne zu trocknen. Mit dem Bus ging es nach Blankenburg, umsteigen und dann weiter nach Treseburg. Gegen 14:45 Uhr kamen wir in unserer Unterkunft an. Umziehen und nasse Kleidung und Schuhe in den Trockenraum. Wir entschlossen uns zu einem gemütlichen Spaziergang zu dem Aussichtspunkt Wilhelmsblick. Bei wärmender Sonne spazierten wir los. Der Spaziergang wurde nach 500 m jäh unterbrochen da es urplötzlich aus allen Kübeln schüttete was das Zeug her gab. Plitsche platsche Nass kamen wir wieder am Hotel an und die Sonne schien wieder wärmend. Ich sagte zu einem unserer Wanderführer: "Haste das jetzt gesehen. Wir gehen vom Hotel weg und es schüttet aus allen Rohren, wir kommen wieder zum Hotel zurück und es scheint die Sonne. Was bedeutet das? Im Hotel bleiben und Bier trinken." Wir zogen die weniger nassen Klamotten an und machten es uns im Hotel- Restaurant bequem. Ende Gelände.
2016-06-03 Treseburg - Thale - Hexenplatz Sonnenschein am Morgen!? So was. Um 09:00 Uhr gingen wir los. Eine kurze Etappe von 9 Kilometer lag vor uns. Es  ging ausschließlich durch das Tal der Bode und dies bei bestem Sonnenschein. Über gut zu gehende Wanderwege ging es gemütlich voran. Mal direkt an der Bode oder aber auch über Wege und Brücken in den Steilhang eingearbeitet. Je näher wir nach Thale kamen um so mehr wurde aus dem Tal eine Schlucht, ähnlich einer Klamm. Den Bodekessel - ein über Jahr Millionen ausgespülte Vertiefung der Bode - erreichten wir so um 11:15 Uhr. Wir bestaunten die immense Tiefe dieser Stelle der Schlucht. Über die Teufelsbrücke ging es auf die andere Bodeseite und weiter zur Königsruhe. Nach weiteren wenigen 100 m erreichten wir den Katerstieg, eine Fußgängerbrücke über die Bode zur Jugendherberge. Bei immer noch schönstem Wetter war Zeit für ein Gruppenfoto. Das Ende unserer heutigen Etappe, die Talstation der Kabinenbahn zum Hexentanzplatz hatten wir gegen 12:00 Uhr erreicht. Endlich konnte ich nun meine Regenhose ausziehen. Mein Versprechen hatte ich gehalten, die Regenhose bis Thale an zubehalten damit es nicht regnet. So war es auch. Mit der Kabinenbahn ging es hoch zum Hexentanzplatz. An Walpurgisnacht toben sich hier die Hexen aus aber heute waren keine Hexen unterwegs, vielleicht wollten Sie aber auch unerkannt bleiben. In einem Restaurant machten wir unsere Mittagspause und schlenderten anschließend entspannt über den Platz. Nach ca. zwei Stunden fuhren wir mit der Kabinenbahn wieder nach unten. Vorbei an der St. Petri Kirche ging es zum offiziellen Endpunkt des Harzer-Hexen-Stiegs gegenüber dem Bahnhof, ein Gruppenfoto war natürlich Pflicht. Direkt am Bahngleis gelegen konnten wir uns nun noch in einem Eiscafe bei Eis und Getränken entspannen. Unser Zug nach Quedlinburg stand schon bereit. Bei richtig sommerlichen Temperaturen kamen wir in Quedlinburg an. Noch 1000 m und wir wahren in unserer Unterkunft Hotel “Zur Goldenen Sonne” am Mathildenbrunnen angekommen.
2016-06-04 Quedlinburg Ein erster kleiner Rundgang durch die Stadt Abends vorher verriet mir schon das  dies eine wirklich schöne und spannende Stadt ist. Nicht nur die vielen kleinen Geschäfte aller Art, die ebenso vielen Cafes und Kneipen, auch die vielen Fachwerkhäuser in den Gassen faszinierten mich. Auf die offizielle Stadtführung der Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH freute ich mich mit Spannung. Kurz vor 10:00 Uhr kam Frau  H. des Quedlinburger Gästeführervereins zu uns. Wir warteten bereits am Mathildenbrunnen. Nach einer kurzen Begfrüßung und einer kleinen Erläuterung zur Stadtführung ging es auch schon bei bestem Frühlingswetter los. Aus dem Munde unserer in Quedlinburg wohnenden Stadtführerin quollen nur so die Informationen. Infos über die Geschichte der Stadt, Infos und Erklärungen über die vielen verschiedenen Fachwerkstile und verschiedenen Gebäude der Stadt. Dazu kamen kleine Geschichten und auch mal etwas privates. Dies alles zusammen machte diese offizielle Stadtführung zu einem interessanten und entspannten Spaziergang durch Quedlinburg. Die Quedlinburgerin ließ sich auch nicht durch unsere Fragen und durch freundliche Begrüßungen von Bekannten aus der Ruhe bringen. Selbst die Trommeln des vorbei ziehenden Schützenvereines störte sie nicht. Im Gegenteil. Es inspirierte sie uns noch etwas über die Schützenvereine zu erzählen. Herrlich, ich war besgeistert. Nach zwei Stunden, die Kirchturmuhren schlugen 12, endete die Stadtführung auf dem Schlossberg an der Stiftskirche St. Servatius. Alle bedankten sich bei Frau H. für die kompetente Stadtführung. Sie begleitete uns noch bis zum Brauhaus Lüdde und die Wege trennten sich wieder. Alles Gute. Nachmittags um 14:33 Uhr fuhr unser Zug vom Quedlinburger Bahnhof ab. Meine Wanderung über den Harzer- Hexen-Stieg war zu Ende. Dank an die Wanderführer Rainer und Klaus für das Organisieren und auch an die anderen der Gruppe für das Gelingen dieser Wanderwoche. Es war schön mit euch. Mit euch immer gern und immer wieder. Buen Camino