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Unser Störtebeker-Weg
Leider kamen wir nur bis Norddeich. Es passierte, was bei der ersten längeren Wandertour passieren muss. An der Ferse meines Sohnes hatte sich eine riesige Blase gebildet. Weiterwandern unmöglich. Aber von vorne.
20.08.2019, Anreise und Prolog. Die Wetterprognose war fürs erste gar nicht mal so schlecht. Also bestiegen wir morgens um 7:15 Uhr den Zug gut gelaunt. Je Näher wir der Nordsee kamen um so dunkler wurden dann doch die Wolken. Gegen 15:15 Uhr kamen wir in Leer pünktlich!! an. Hier hatte es bereits geregnet. Die Straßen waren übersät mit Pfützen. Die Jugendherberge hatten wir schnell erreicht. Zum Ankommen ein erfrischendes Kaltgetränk und schon ließ sich auch die Sonne wieder blicken, allerdings im Wechsel mit kleinen Regenschauer. Was soll’s. Eingecheckt, Betten beziehen und los. Für den Anfang schon mal eine kleine Runde, 5 km Störtebekerweg, damit die erste Etappe nur 20 km lang ist. Von der Jh gingen wir nach Westen durch Leer zum Deich, weiter über den Deich ging es an der Ems entlang nach Süden und dann entlang des Leerer Hafens mit seinem Hafenmuseum wieder zurück nach Leer. Abendessen in der Fußgängerzone und wieder zurück zur Jh. Eins, zwei Absacker im Hof der Jugendherberge und der Tag war beendet.
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21.08.2019, Erste Etappe: Leer - Gulfhof/Emden Strahlend blauer Himmel und etwas Wind. So ging es los zur ersten Etappe von Leer bis zum Hotel Gulfhof im Emdener Stadtteil Widdelswerster Warf. Zuerst ein Stück durch Leer gen Westen erreichten wir flott den Deich und den Stoerterbeker-Weg. Ab jetzt ging es eine gefühlte Ewigkeit über den Wiesenpfad auf der Deichkrone bis nach Oldersum. Schafe, das Überqueren der Weidezäune und ab und an mal ein vorbeifahrendes Schiff brachten die einzige Abwechslung. In Oldersum ging es eine kleine Runde um den Hafen herum und wieder auf den Deich. Weiter, vorbei am Emssperrwerk, das etwas mehr Abwechslung brachte, erreichten wir nach 24km Deichwanderung am späten Nachmittag unsere erste Unterkunft. Leider hatte das Restaurant und somit auch der Biergarten Ruhetag. Nach etwas Erholung im Zimmer gingen wir in Richtung Emden, wo wir nach einigen hundert Meter ein Restaurant fanden. Lecker Essen und frisches Pils ließen uns dann doch die vergangenen Strapazen schnell vergessen. 
22.08.2019, Zweite Etappe: Gulfhof/Emden - Campingplatz “Camping am Deich” Heute wollten wir uns die 32 km bis zum Campingplatz nicht zumuten. Wir nahmen den Bus bis zum Bahnhof Emden und starteten dort unsere heutige Etappe, nicht ohne ein Kaffee zur Stärkung. Auf der Fußgängerbrücke über das Larrelter Tief erreichten wir wieder den Stoertebeker-Weg. Durch das Wohngebiet erreichten wir die Autobahn, die wir ebenfalls per Brücke überquerten und waren außerhalb Emden. Nun freuten wir uns auf den Weg. Kein Deich, sondern nur Wiesen und Feldwirtschaftswege, wenn auch teilweise asphaltiert und dazu blauer Himmel und leichter Wind. Über den Conrebbersweg ging es gemütlich und mit viel Spaß bis zum Knockster Tief. An zwei Bauernhöfe vorbei und einige Tiefs überquert erreichten wir gegen 15:00 Uhr Campen, ein kleiner aber schmucker Ort. Wir gönnten uns eine kleine Rast, Schuhe aus, Strümpfe aus und etwas über die Wiesen laufen, ein wahrer Jungbrunnen für die Füße. Mein Sohn klagte bereits über Druckstellen am Fuß. Etwas Pflaster drauf und weiter ging es. Gegen 16:00 Uhr erreichten wir dann endlich die Mündung der Ems in die Nordsee. Nach weiteren, ewig langen 4 km über den Deich, vorbei am Campener Leuchturm, liefen wir in den Campingplatz ein. Anmelden und weiter zu unserem Zeltplatz. Wo ist das Sixpack!?  ;-)
23.08.2019, Dritte Etappe: Campingplatz “Camping am Deich” - Norddeich. Es war eine lange Nacht, kaum Schlaf. Probleme mit den Nachbarn und dann mit meinem Schlafsack machten die Nacht ewig lang. Bereits während des Abbaus und zusammenpacken meines Zeltes fühlte ich mich nicht fit. Genau so ging es meinem Sohn. Aber zwei Kaffee am Mini-Kiosk halfen uns auf. Wir starteten um 09:15 Uhr. Zuerst vorbei an einer großen Deich-Baustelle ging es wieder auf den Wiesenpfad auf der Deichkrone. Die 10 km wandern auf diesem Pfad machten uns fix und fertig. Noch nicht mal Schafe brachten etwas Unterhaltung. Wir waren echt froh als wir Greetsiel erreichten. Vor einem Restaurant konnten wir uns an einen Tisch nieder lassen und etwas essen, dazu ein frisches Bier. Die Schmerzen wurden etwas erträglicher. Mein Sohn klagte über die schmerzvolle Blase an seiner linken Ferse. Zudem hatte die Apotheke geschlossen, Mittagspause. Im einem Markt nebenan fand er jedoch entsprechende Pflaster und die Blase wurde so gut es ging versorgt. Am Greetsieler Hafen vorbei verließen wir die Stadt und weiter über’n Deich, auch mal Barfuß. Es half aber alles nix. Am Cafe  “Paddel und Pedal” am Norder Tief entschlossen wir uns schweren Herzens die Etappe hier zu beenden. Mit dem gerufenen Taxi brachte uns nach Norddeich zu unserer Unterkunft. Endlich! Als ich auf unserer Terrasse Pascals Blase an der Ferse sah erschrak ich etwas. Nein, das macht keinen Sinn mehr. Wir entschlossen uns gemeinsam, am nächsten Tag nach Hause zu reisen. An dem Abend liesen wir es uns aber noch mal so richtig gut gehen.
24.08.2019, Abreise Ausgeschlafen, lecker Frühstück und im Kopf wieder fit schlenderten wir wieder gut gelaunt über die Strandpromenade von Norddeich zum Bahnhof.
Fazit: Mit Schlafsack, Luftmatratze und Zelt war das ganze doch eine anstrengende Angelegenheit. Die Eintönigkeit der Deichwanderung und keine Gelegenheit mal in einem Café oder Biergarten zu entspannen - Greetsiel ausgenommen - machten uns fix und fertig. Das nächste mal weniger Gepäck und/oder kürzere Etappe.